Dienstag, 16. Dezember 2014

"Der Zigeunerbaron" am Mainfranken Theater - Rezension und Hintergrundbericht

Von Schweinen und Husaren

 Operetten sind amüsant, wohlklingend und auch schon mal für einen netten Samstagabend mit den Freunden geeignet. Ganz besonders, wenn im Dreivierteltakt gesungen wird. Dabei sollte Johann Strauss’ "Zigeunerbaron" eigentlich eine Oper werden – was sich trotz der Umdisponierung noch an einigen ernsten und teils tragischen Stellen erkennen lässt. Profitiert hat von dieser ungewöhnlichen Vorgeschichte vor allem der Detailreichtum in der Realisierung der Szenen. Das Emotionsspektrum der Handlung ist dadurch sehr abwechslungsreich und mitreisend geworden. Zwischen den Schicksalsmomenten spinnt sich jedoch eine humorvolle Geschichte um den Erben eines ungarischen Schatzes, der sich, um Vorteile aus seinem Erbstreit mit dem ortsansässigen Schweinezüchter zu gewinnen, kurzerhand zum Zigeunerbaron erklärt und um die Hand von dessen Tochter anhält. Bei allem Hin und Her verliebt er sich allerdings in eines der Zigeunermädchen und verlobt sich stattdessen mit ihr. Damit verursacht er viel Wirbel und Unmut – vor allem beim emsigen Sittenkommissar.

Wer Strauss, Walzer und österreich-ungarische Nostalgie mag, wird diese Operette lieben! Die unterhaltsame Inszenierung Uwe Drechsels und die beschwingte, musikalische Umsetzung durch das Orchester unter der Leitung von Sebastian Beckedorf sorgen für einen heiteren Abend, durch den man Lust auf eine Reise nach Wien bekommt.
Opulentes Operettenvergnügen: "Der Zigeunerbaron"
 

Feinste Handarbeit - Made In Würzburg

Nicht zuletzt sind es die opulenten Kostüme, welche die Atmosphäre dieser klassischen Inszenierung maßgeblich mittragen. Wir haben einen Blick hinter die Theaterkulissen gewagt - und dem Kostümbild einen Besuch abgestattet!

Mit Götz Lanzelot Fischer kann das Mainfranken Theater nicht nur einen erfahrenen, sondern auch international renommierten Kostümdirektor aufweisen – und einen Künstler, der das Theater förmlich im Blut hat. „Meine Mutter war Opernsängerin, ich stand schon als Kind auf der Bühne“, erzählt Fischer, der sich trotz der unmittelbar bevorstehenden Premiere des „Zigeunerbarons“ Zeit für ein Gespräch mit „Max & Julius“ genommen hat. „Schließlich habe ich Kunstgeschichte, Mode- und Kostümdesign studiert.“ Und das Wissen aus seinem Kunstgeschichtsstudium hat sich als essentiell für seine jetzige Tätigkeit erwiesen. „Bei jeder neuen Produktion muss ich in eine neue Thematik und oft auch eine neue Epoche hinein finden“, erklärt er, wie er die Entwurfszeichnungen für die Kostüme des „Zigeunerbarons“ auf seinem Schreibtisch ausbreitet. „Ein fundiertes kunst- und kulturgeschichtliches Wissen hilft mir in diesem Prozess natürlich.“ Auf die Frage, ob er denn noch Zeit hätte, sich neben dieser intensiven Vorbereitung mit einer Lektüre seiner eigenen  Wahl zu befassen, erklärt er nur: „Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht!“ Die aufwendigen Recherchen empfindet er stets als persönliche Bereicherung.
 
Ein Traum aus Seide - und Ergebnis disziplinierter Teamarbeit
 
Der auch an den Theatern in Helsinki und Zagreb tätige Fischer steht als Kostümdirektor und erster Kostümbildner zwanzig Beschäftigten und zwei Azubis vor. Diese verwandeln seine Vorgaben schließlich in maßgeschneiderte Kostüme. Das Prinzip Teamgeist ist unerlässlich in dieser Tätigkeit, denn nur so können innerhalb einer knapp bemessenen Zeitspanne die aufwendigsten Roben entstehen. Der Theaterbesucher ahnt dabei nicht einmal im Ansatz, wie viel Arbeit hinter einem einzigen Kleid steckt. "Würde eine einzelne Person an einem Kleid arbeiten, wäre sie gut und gerne vier Wochen beschäftigt." Gerade der im Geist des Rokoko gehaltene „Zigeunerbaron“ stellte hohe Ansprüche, schließlich werden alle Bestandteile eines Kostüms, vom Unterrock zum Überrock bis hin zum spitzenbesetzten Schleier, von Hand gefertigt. Fischer freut sich jedoch auch darüber, wenn es ihm mal wieder gelingt, ältere Kostüme aus dem Fundus, seiner „Schatzkammer“, neu zu kombinieren - und ihnen somit neues Leben zu verleihen auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Text: Carina Peter & Katharina Stahl
Bilder: Mainfranken Theater; Katharina Stahl

Sonntag, 14. Dezember 2014

Studi- und Kulturticker vom 15. bis 21. Dezember 2014

Helfen!

Viele Leukämie-Patienten sind auf eine Stammzellenspende angewiesen. Ihr könnt aktiv helfen! Am Mittwoch, den 17. Dezember, könnt ihr euch als potentielle Stammzellspender registrieren lassen. Kommt also zwischen 10 bis 15 Uhr ins Obergeschoss der Hubland-Mensa.


Theater!

Noch bis Mittwoch, den 17. Dezember,  könnt ihr das neue Stück des KHG-Theaters sehen - jeweils um 20 Uhr. Diesmal inszeniert die studentische Theatergruppe Albert Camus' "Caligula" - das Streben und Scheitern eines idealistischen jungen Mannes, dem plötzlich unbegrenzte Macht verliehen wurde.

Das Mainfranken Theater befasst sich unterdessen mit Tschechow. Dessen "Drei Schwestern" erfahren in den Kammerspielen eine komödiantische, moderne Neuinszenierung unter dem Titel "Villa Dolorosa". Die nächste Vorstellung findet am Samstag, den 20. Dezember, um 20 Uhr statt.

Kino!

Am Donnerstag, den 18. Dezember, zeigt das Central um 18.15 Uhr "Die Wolken von Sils Maria", ein eindrucksvolles Kammerspiel und Psychogramm. Die Schauspielerin Maria begegnet während der Dreharbeiten zu einem Film ihrem jüngeren Selbst in Gestalt der sinnlichen Joanne - worauf nicht nur die Beziehung zu ihrer Assistentin Val, sondern ihr gesamtes Selbstbild in Gefahr gerät. Man darf sich nicht nur auf eine Juliette Binoche in Höchstform freuen - auch der ehemalige "Twilight"-Star Kristen Stewart stellt seine schauspielerische Begabung schließlich eindrucksvoll unter Beweis!


Arktis Norwegen – auf der Jagd nach den Polarlichtern



Innerhalb des arktischen Polarkreises liegt die ca. 72 000-Einwohner-Stadt Tromsø in Nordnorwegen. Die nördlichste Universitätsstadt der Welt ist ein beliebtes Reiseziel für Austauschstudenten, um auf Jagd nach den Polarlichtern zu gehen. Zu erreichen ist Tromsø per Auto, Flugzeug oder Schiff, einen Bahnhof gibt es nicht. Ein besonderes Erlebnis ist es, die Inselstadt mit der Postschifflinie Hurtigruten zu erkunden - entlang der bergigen Fjordlandschaft. 

Die Polarlichter über Tromsø by Gordon Schücker


Von Ende November bis Mitte Januar ist in Tromsø quasi dauerhaft Nacht. Zwischen 10 bis 14 Uhr lebt es sich in einer leichten Dämmerung, dies nennt sich dann Tag. Ein verwirrender Rhythmus, bei dem ich nur schwierig in Schwung und noch weniger überhaupt aus dem Bett kam. Wohingegen in Nordnorwegen während des Mittsommers die Sonne nicht untergeht. Wahrscheinlich muss man hier geboren worden sein, um unter diesen Bedingungen einen Alltag leben zu können.

 
Mit Blick auf die Stadt im "Tageslicht"


„Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle“, stellte schon Albert Einstein fest. Die Polarlichter sind faszinierend und ziehen in den Bann. Neben geführten Touren unter dem Motto „Chasing the Northern Lights“ können Touristen an einer geführten Bus- oder sogar Bootstour teilnehmen. Unter nicht vorteilhaften Wetterkonditionen wie Schnee und Regen mit einem wolkenbehangenen Himmel ist es Glückssache, die Polarlichter Aurora zu entdecken. 


Die Inselstadt von oben

In unserer selbstorganisierten deutsch-französischen Reisegruppe beschlossen wir, uns erstmal selbst auf die Jagd zu machen anstatt Minimum 80 Euro in eine Polarlichtertour zu investieren. Drei Nächte Zeit, um das spektakuläre Ereignis der Natur mit eigenen Augen zu sehen und am besten noch mit der Kamera zu erfassen. Etliche Internetseiten oder sogar Handy-Applikationen sagen den Stärkegrad der Polarlichter je Region hervor und zu welcher Zeit die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, diese zu entdecken. Samstagabend wanderten wir von unserer gemieteten Hütte auf dem Campingplatz in Richtung Waldgebiet. Weg von den Lichtern der Stadt in Richtung totale Dunkelheit. Bei hohem Schnee stampften wir fünf Mädels 1 ½ Stunden auf dem Waldweg, lediglich im Mondscheinlicht, auf der Suche nach einem Stück wolkenfreien Himmel. 

Auf der Jagd nach den Polarlichter

Unterwegs lernten wir unsere Hüttennachbarn kennen, ebenfalls eine deutsch-französische Erasmusgruppe. Leider tat sich am Himmel gar nichts. Das hatten wir uns leichter vorgestellt. Als wir die Hoffnung bereits aufgegeben hatten und uns auf dem Rückweg in unsere warme und gemütliche Hütte begeben wollten, drehten wir uns noch einmal um. Da waren sie, die Polarlichter. Ein heller grünlicher Schimmer zog sich über den Himmel, wie Aladin, der gerade aus seiner Wunderlampe hervorgekrochen kam.
So standen wir dort, mitten im Tal des verschneiten Gebirges, und schrien vor Glück wie am Spieß.


Text: Janina Renk
Bilder: Janina Renk, Gordon Schücker
 

Sonntag, 7. Dezember 2014

Studi- und Kulturticker vom 8. bis 14. Dezember 2014


CABARET! 

Schon mal was vom „Awesome Christmas Cabaret“ des Instituts für Anglistik und Amerikanistik gehört? Nein?! Bereits im dritten Jahr geben sich die Professoren, Dozenten und Mitarbeiter  des Lehrstuhls am  Mittwoch, den 10. Dezember in der Kellerperle die Ehre. Ihre Mission? Das Publikum mit diversen Einlagen und Darbietungen erheitern, bezaubern, verzücken, verblüffen, begeistern, entgeistern… in erster Linie: Spaß machen und Spaß haben, frei nach dem Motto „immer bunt, immer witzig, niemals professionell!“. Die 5 Euro Eintritt gehen selbstverständlich nicht in die Taschen eurer Professoren zur Finanzierung ihres Weihnachtsshoppings, sondern zu 100 % an das Dry Lands Project in Sri Lanka. Also nur gute Gründe sich auf ein schräges Vergnügen zu freuen!
Mittwoch, 10. Dezember 2014 in der Kellerperle,  Beginn 20.30 Uhr, Einlass ab 20 Uhr, Eintritt 5 Euro.

WEINVORLESUNG!

„ROSETTA: Weltraum-Technik, Badeenten, Weinelemente, der Ursprung des Sonnensystems und die Kraft der Informatik“ – dies ist der bezeichnende Titel einer heiteren Weinvorlesung, die am Sonntag, 14. Dezember in der Hofkellerei stattfindet. Die Raumsonde Rosetta, deren Landung flächendeckend für Aufsehen sorgte, sowie ihre spektakuläre Mission, Informationen über den Kometen 67P zu sammeln, sind das Kernstück des Vortrags. Anhand von Aufnahmen von Rosetta wird Herr Prof. Klaus Schilling, der selbst seit über 25 Jahren eng mit dem Projekt verbunden ist, den Zuhörern diese außergewöhnliche Mission auf unterhaltsame Weise näherbringen. Wer nun Lust bekommen hat, sich mit einem Glas Wein in der Hand auf eine Reise in die Milchstraße zu begeben: der Vortrag findet am Sonntag, den 14. Dezember von 11 bis 12 Uhr im Stückfasskeller des Staatlichen Hofkellers (linkes Tor) statt. Der Eintritt ist frei. 

PARTY! 
 
Die Weihnachtszeit ist die stille Zeit – ja, ja, schon klar, aber in den verbleibenden gut zwei Wochen bis zur „Stillen Nacht“ kann die eine oder andere Nacht ruhig nochmal etwas lauter werden. Diejenigen, die das Gehör mal mit etwas anderem als dem alljährlichen inflationären Weihnachtsgedudel aus dem Radio beschallen wollen, können sich am Dienstag, den 9. Dezember ab 21.30 Uhr in den Zauberberg begeben und der frisch aus dem Ei geschlüpften „Fakultät für Humanwissenschaften“ alias  ehemalige Phil II eine rauschende Geburtstagsparty bescheren!

ORIGAMI!

Für alle, die bastlerische Ambitionen hegen und die sich von ‚Adventssterne aus Tonpapier ausschneiden‘ gnadenlos unterfordert fühlen, ein kleiner Geheimtipp. Am Dienstag, den 9. Dezember von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr findet im Kulturspeicher unter dem Motto „Mehr als nur Papier – Origami“ eine kurze Führung statt, in deren Anschluss die bastelfreudigen Teilnehmer in der Werkstatt selbst Hand anlegen und verschiedene Falttechniken kennenlernen und ausprobieren können. Wer weiß, vielleicht wertet ein kunstfertiger Papierkranich ja auch das eine oder andere schnöde Verlegenheitsgeschenk auf ;) Der Eintritt kostet 3,50 Euro zzgl. 6,50 Euro für Führung und Material.

Janina und die Schokoladenfabrik

Die Schokoladenfabrik Freia ist der größte Schokoladenhersteller Norwegens. Hier war unsere Oslo-Korrespondentin Janina unterwegs und fühlte sich wie zu Gast bei Willy Wonka aus dem Film "Charly und die Schokoladenfabrik". Schokolade und Weihnachten, das gehört in Norwegen einfach zusammen. Freialand, wie die Osloer Schokoladenfabrik noch gerne genannt wird, liegt im In-Viertel Rodelløkka.


Das Freia-Logo: Ein leuchtender Hingucker über der Osloer Innenstadt


Im Jahre 1889 gründete Johan Throne Holst die Schokoladenfabrik in Oslo. Das erste Schokoladengeschäft öffnete 1899 im Herzen Oslos auf der heutigen Shoppingmeile Karl Johans gate. Auf dem internationalen Markt konnte sich Freia jedoch nicht behaupten, aber ist im Nachbarland Schweden unter dem Markennamen Marabou erfolgreich. Beide Marken gehören dem Großkonzern Mondelēz International an und erhielten einen hohen Bekanntheitsgrad durch die Entwicklung der Daim Schokolade.



Für einen kleinen Eintrittspreis führt ein Freia Mitarbeiter unsere knapp 20-köpfige Studentengruppe durch die Geschichte der Schokoladenherstellung. Eine nachgebaute Zeitmaschine versetzt uns zurück in die Zeit des ersten Funds der Kakaobohne, über die erste Produktion trinkbarer Schokolade bis hin zur eigenen Herstellung Freias und die Anfänge der erfolgreichen Schokoladenfabrik in Norwegen. In der nachgebauten Schokoladenherstellung im Miniaturformat dürfen die Besucher ihre eigene Schokolade herstellen und die Verpackung selbst gestalten. Während der Führung durch die Fabrikhalle erhärtet die selbstgemachte Schokolade im Kühlschrank und bietet am Ende eine süße Erinnerung.

Janina übt sich als Schokoladenfabrikantin

Unzählige Zutaten stehen für die selbstkreierte Schokolade zur Verfügung



Zwischendurch können wir  immer wieder Schokolade kosten, von der ersten Freia Zartbitterschokolade, über den Schokoriegel Japp, bis hin zur neuesten Erfindung der Jelly Popp Schokolade, die auf der Zunge knistert. Besonders beliebt in Norwegen ist jedoch Kvikk lunsj, ein schneller Mittagsnack und die norwegische Variante von Kit Kat. Der Schokokeksriegel hat sich zu einem traditionellen Snack auf den zahlreichen Wanderungen der norwegischen Bevölkerung etabliert. In der Verpackung sind Tourenvorschläge für die nächste Wanderung in der Landschaft Norwegens versteckt. Mit einem letzten Einblick in die Kantine, behangen mit den Werken des berühmten norwegischen Künstlers Edvard Munch, endet die Führung durch das Schokoladenparadies Freia im vorweihnachtlichen Norwegen.

Text und Bilder: Janina Renk

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Die Stimmungsmache wird im Keim erstickt

In Dresden gehen seit Wochen jeden Montag mehrere tausend Menschen unter dem Namen PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) auf die Straße, rufen den geklauten Slogan „Wir sind das Volk“, schüren Ressentiments gegen Asylsuchende, Flüchtlinge und Muslime und bereiten so den Nährboden für Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. Am 18. November gab es im Internet den ersten Hinweis, dass sich auch in Würzburg eine Gruppe zusammengeschlossen hat, die ähnlich denkt und Sympathiebekundungen nach Dresden geschickt hat. Rund zwei Wochen später findet in der fränkischen Domstadt erstmals eine angemeldete Demonstrationen statt, die jedoch weit entfernt ist von den Dresdener Dimensionen.


Etwa 25 Personen, junge und ältere Menschen, einige Deutschlandfahnen, ein Spruchband: „Asylrecht ist kein Einwanderungsrecht! Stoppt die staatliche Rechtsbeugung!“, dazu ein beschrifteter Regenschirm: „Unser Land, unsere Werte“. Was am Montagabend in Würzburg geschieht, ist keine Demonstration von PEGIDA, es bleibt eine Sympathiebekundung. Auf Nachfrage teilt ein anwesender Polizist mit, dass die Anmeldung der Demonstration nicht auf den Namen PEGIDA erfolgt ist.

200 Gegendemonstranten blockieren die Demonstration

Wie man es auch nennen mag, die anwesenden Demonstranten kommen nicht weit. Nach 30 Metern ist Schluss, etwa 200 Gegendemonstranten blockieren die geplante Route Barbarossaplatz – Echter Denkmal – Barbarossaplatz. „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ von Seiten der Gegendemonstranten trifft auf „Nazis raus“ von Seiten der PEGIDA-Sympathisanten. Nach außen geben sie sich bürgerlich und gegen jede radikale Strömung, wer nicht auf dem rechten Auge blind ist, sieht jedoch trotz der Alibiparolen die eindeutige Stimmungsmache gegen hilfesuchende Flüchtlinge in Deutschland. Auch die Ansage, verbal und physisch gewaltfrei zu demonstrieren, wird nicht von jedem eingehalten. Als ein Gegendemonstrant bemängelt, dass ein Kind nicht auf eine solche Demonstration mitgenommen werden sollte, erhält er umgehend die Antwort „Halt die Schnauze, sonst kriegst du aufs Maul!“ Ein anderer Teilnehmer des kleinen Aufmarschs droht umstehenden Gegnern, er sei bewaffnet. Die Polizisten, die für Ruhe sorgen sollen, gehen der Drohung jedoch nicht nach.

Hose: „Kein leichtes Spiel in Würzburg“

Nach einer Weile merken die Demonstranten, dass es kein Weiterkommen geben wird, sie gehen den kurzen Weg zurück zum Barbarossaplatz, ununterbrochen begleitet von Protestrufen wie „Schulter an Schulter gegen den Rassismus“. Zum Abschluss halten sie ihre Handys in die Luft, dann löst sich die Versammlung nach und nach auf. Burkhard Hose, katholischer Hochschulpfarrer, der sich intensiv im „Bündnis für Zivilcourage“ engagiert, ist froh über den Verlauf des Abends und zieht ein positives Fazit aus der Blockade der Demonstration: „Ich bin sehr zufrieden und freue mich vor allem, einen Haufen junge Menschen zu sehen, welche die Geschehnisse aufmerksam verfolgen. Die Demonstranten haben gesehen, dass sie in Würzburg kein leichtes Spiel haben. So etwas wie in Dresden wird es bei uns nicht geben.“
 
Eindeutige Stimmungsmache gegen hilfesuchende Flüchtlinge: Demonstranten in Würzburg
 
 
Text und Bild: Hendrik Geisler

Montag, 1. Dezember 2014

Studi- und Kulturticker vom 1. bis 7. Dezember 2014


Konzert!

Wie, noch nicht in Weihnachtsstimmung? Abhilfe schafft mit Sicherheit das Weihnachtsoratorium des Monteverdichors in Kombination mit Talenten der Jenaer Philharmonie, das am 6. Dezember um 20 Uhr und am 7. Dezember um 17 Uhr in der Neubaukirche erstaufgeführt wird. Die Aufführung der Stücke von Richard Wetz sind ein weiterer Beweis dafür, dass Weihnachten langsam in greifbare Nähe rückt. Ihr habt doch auch sicher schon alle Geschenke besorgt…

Party!

Das Tirili wird 2014 ja bekanntlich ein viertel Jahrhundert alt und ihr seid herzlich zur Geburtstagsparty eingeladen, die uns dieses Jahr zur Mitte der Woche glücklich macht: Am 3. Dezember ab 22 Uhr wird es wie gewohnt wild am Exerzierplatz! Cocktails gibt’s zum Beispiel schon ab 3 Euro.

Poetry!

Bei Großraumdichten & Kleinstadtgeschichten erwartet euch am 4. Dezember um 20 Uhr ein Abend voller geistreicher Kurzgeschichten von Slam-Poeten, die gewohnt wortgewandt ihr Bestes auf der Bühne des Theaters am Neunerplatz geben werden. 

Theater!

Unter dem Motto „Keine Arme – keine Schokolade“, so eine Weisheit des französischen Films „Ziemlich beste Freunde“, hat uns die Komödie schon einige Tränen lachen und die beiden Protagonisten ins Herz schließen lassen. Im Theater Chambinzky kann man das Stück als Theaterinszenierung bestaunen, da ist gute Unterhaltung vorprogrammiert. Tickets gibt es noch für jeden Abend dieser Woche, das Wochenende ausgeschlossen.