Sonntag, 20. April 2014

Studi- und Kulturticker vom 21.-27. April 2014


Theater!

Endlich. Wer Lust auf eine tolle schauspielerische Interpretation des Erfolgromans „Tschick“ hat, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Der Weltbestseller von Wolfgang Herrndorf wird als Theaterstück am 24.04. um 20:00 im Mainfrankentheater zu sehen sein.

 Musik!

„Liebe ist meine Rebellion“. Jeder kennt diesen Song und genau die Band, Frida Gold kommt nach Würzburg. Sie spielt am Donnerstag um 20:00 in der Posthalle. Tickets gibt’s für 32 Euro. Also, wer noch nichts vor hat, auf geht’s!

Junkie Jukebox: Alle Oldies-Fans aufgepasst. Am 25.04. um 21 Uhr werden Klassiker wie von den Rolling Stones, OASIS, Jimi Hendrix Pink Floyd etc. von jungen Musikern im Omnibus  interpretiert. Wer sich also Lust auf richtig gute Musik hat, nichts wie hin!

Sport!

Nun heißt es: Würzburg rennt! Das absolute Highlight der Woche: Der 14. iWelt- Marathon Würzburg am 27.04. Ein Event mit Rahmenprogramm für Läufer und Nichtläufer. Der große Marathon (42,8km) und der Halbmarathon (21km) führen direkt durch die Stadt und entlang des Mains. Anmelden könnt ihr euch noch am Marathonwochenende. Für den Staffelmarathon „Lauf gegen Krebs“ und dem Jugend-Staffel-Marathon ist die Anmeldefrist bis zum 24. verlängert. Also, entweder heißt es, schwitzen oder anderen beim schwitzen zusehen;)

Flohmarkt!

An alle Sammler und Unikatstückliebhaber: Am Samstag wird auf dem Mainwiesen-Messegelände von 8-16 Uhr ein Floh- und Trödelmarkt sein. Wer also Lust hat, an einem Samstagvormittag bei sonnigem Wetter gemütlich von Stand zu Stand zu schlendern und vielleicht sogar das ein oder andere besondere Unikat zu ergattern, für den ist der 27. genau der richtige Tag.

Party!

„We love 80ies & 90ies! “ Genauso lautet das Motto am 26. im Zauberberg, denn es erwartet euch das Beste aus zwei besonderen Musikjahrzehnten mit den DJs aus Radio Gong. Aufgepasst: Wer bis 22 Uhr im Zaubergarten bzw. im Marrakesh- Zelt ist, erhält freien Eintritt im Club!

Museum!
Vielen Würzburgern gerät eines der Museen der Stadt häufiger aus dem Sinn. Das Martin-von-Wagner Museum der Universität Würzburg nämlich. Im Südflügel der Residenz untergebracht kann es von allen Besuchern kostenfrei besucht werden. Zu sehen gibt es Kunst aus mehreren Jahrtausenden Menschheitsgeschichte auf zwei Stockwerken. An Sonntagen bieten Studenten und Studentinnen allen Interessierten Führungen durch die Gemäldegalerie oder die Antikensammlung an. Wer sein Wissen erweitern möchte, oder einfach nur einen tollen Blick über die Stadt genießen will, ist hier genau richtig. Ganz nebenbei kann man auch eine der ersten Sprechblasen der Menschheit bestaunen oder über die Madonna von Riemenschneider diskutieren. Geöffnet ist das Museum Di-Sa von 10-17 Uhr, sowie sonntags von 10-13 Uhr.

Essen!
Mal wieder Essen gehen wäre doch schön. Damit es nicht zu teuer wird, kann man zum Beispiel mittwochs im Cafe Klug einen rießigen Teller Spaghetti genießen für unschlagbare 3€ oder man entscheidet sich für eine Pizza, zwischen 12 und 14 Uhr kostet diese nur 2,90€. Wer lieber einen leckeren Crêpe genießen möchte, sucht vielleicht lieber das Zweiviertel gegenüber der Neubaukirche auf und lässt sich von Duft von Zimt und Zucker und der entspannten Atmosphäre einlullen. Ein letzter guter Tipp ist das Casa Prima direkt gegenüber des Programmkino Central. Wer im Sommer ein gutes Eis essen will, sollte sich unbedingt dorthin begeben.

 

Mittwoch, 16. April 2014

Rom - Die ewig beschwingte Stadt

Goethe nannte sie die „Hauptstadt der Welt“, Gallierhäuptling Majestix schlicht ein „ganz hübsches Städtchen“. Dabei steht außer Frage, dass kaum eine andere Kapitale Geschichte und Kultur eines ganzen Kontinents so maßgeblich geprägt hat wie Rom. Seit über 2000 Jahren Machtzentrum weltlicher wie geistlicher Herrscher und Heimstatt vielfältigster Künste ist die Stadt am Tiber doch mehr als antike Ruinen und überfüllte Gemäldegalerien. Wer sich auf sie einlässt, dem präsentiert sie sich als lebensfrohe, übermütige und - trotz ihres beachtlichen Alters - erstaunlich jugendliche Metropole.

An jeder Wegzweigung eine Kirche, ein Fluss in einem Talkessel, großzügige Grünanlagen im Stadtkern und heillos überfüllte Buslinien – dem Würzburger kommt all dies sofort ein wenig bekannt vor. Auch die exzessiv gelebte Leidenschaft für Wein und gutes Essen dürfte es dem Besucher aus Franken erleichtern, sich an den sieben Hügeln schnell heimisch zu fühlen, sodass er sich erwartungsvoll auf Entdeckungsreise durch die italienische Hauptstadt begeben kann. Wer dabei auch einmal jene Stadtteile besucht, die weniger große Touristenschwärme anziehen, und dabei ein Gefühl für das Alltagsleben im Viertel entwickelt, wird außerdem feststellen, dass Rom trotz aller Welt immer noch ein wenig Provinzniveau zu bieten hat.

 Viele Wege führen nach Rom…

 Dabei stehen längst nicht alle Wege dem studentischen Geldbeutel offen. Wer sich die stolzen Preise der Bahn nicht leisten kann und aus Rücksicht auf diesen schönen Planeten den Urlaub nicht unbedingt ab Frankfurt Airport antreten möchte, dem sei eine Fahrt mit dem in München ansässigen Busunternehmen Eurolines empfohlen. Das unschlagbare Angebot von 130 Euro für Hin- und Rückfahrt macht dann auch die zwölf anstrengenden Anfahrtsstunden wieder wett. Vom römischen Busbahnhof Tiburtina ist es nicht weit bis zum Hauptbahnhof Termini, wo sich preiswerte Hostels und Jugendherbergen befinden. Dieses zentral gelegene Viertel eignet sich außerdem hervorragend als Ausgangspunkt für Erkundungstouren durch die Ewige Stadt.
In den verwinkelten Straßen der Innenstadt

 Von Kaisern, Päpsten und Dichterfürsten

 Der frühe Vogel hat manchmal doch gar nicht so unrecht, denn wer bekannte Sehenswürdigkeiten wie das antike Herz der Stadt oder den Vatikan ansteuern möchte, sollte das möglichst zeitig tun. In der Mittagshitze stundenlang in der Schlange zu stehen macht nämlich bei weitem nicht so viel Spaß wie ein Spaziergang über die noch nicht von Menschenmassen überflutete Ruinenlandschaft des Forum Romanum auf den Spuren Caesars oder der Blick über das morgendliche Rom von der Balustrade der Peterskuppel. Auch der Besuch der großen Museen wie den Musei Vaticani oder den Musei Capitolini, die einige der bedeutendsten Kunstwerke Europas beherbergen, sollte nicht später als zwölf Uhr erfolgen. Dann hat man sogar eine Chance, unter Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle einen Moment stehenbleiben zu dürfen, um sie ausgiebig zu bewundern. Am Mittwochmorgen besteht außerdem die Möglichkeit, an einer der wöchentlich stattfindenden Generalaudienzen des Papstes auf dem Petersplatz teilzunehmen, die Menschen aus aller Welt zusammenbringen – ein Erlebnis, nicht nur für Katholiken.

Aber lasst uns die allzu ausgetretenen Touristenpfade verlassen! Als Ausgleich für die völlig unstudentische Aufstehzeit ist nun ein wenig Erholung angebracht. Öffentliche Parkanlagen hat Rom fast so viele zu bieten wie Kirchen, besonders schön ist der Park Villa Borghese auf dem Pincio, dem „achten Hügel Roms“. Abseits vom Trubel der Hauptstadt und doch mitten in ihrem Zentrum lädt der ehemalige Garten des Kardinals Borghese zu ausgiebigen Picknicks im Grünen ein. Germanisten sollten den Abstieg des Pincio über die Piazza del Popolo wählen, von der aus man in wenigen Gehminuten die Via del Corso 18 erreicht, hinter deren schlichter Fassade ein gewisser Johann Wolfgang von Goethe die eigenem Bekunden zufolge „glücklichste Zeit“ seines Lebens verbrachte. Heute beherbergt das Haus ein Museum, das anschaulich den Alltag und die künstlerische Tätigkeit des berühmten Dichters am Tiber dokumentiert. Anglisten hingegen sollten über die Spanische Treppe in die Stadt zurückkehren, an deren Fuß das Shelley und Keats-Museum mit einer liebevoll gestalteten Ausstellung auf sie wartet.

Blick auf das Forum Romanum
 
Auf Reisen in der Unterwelt

 Trotz des Strebens nach perfekter bella figura sollte man in diesem Urlaub auf gutes Schuhwerk nicht verzichten, denn die Erkundung der Stadt zu Fuß lohnt sich allemal. Vorbei an Trevi-Brunnen (Nicht vergessen: Eine Münze für die Rückkehr einwerfen, aber bitte nicht Anita Ekberg imitieren, gibt für gewöhnlich Ärger!), Kolosseum und den Thermen des Caracalla erreicht man vom Pincio aus die Via Appia Antica, die wichtigste und am besten erhaltene der antiken Ausfallstraßen. Die Grabmäler altrömischer Familien entlang des Kopfsteinpflasters ermöglichen einen faszinierenden, weil fast intimen Einblick in die Glanzzeit des Imperiums. Am Stadttor San Sebastiano führt der Weg in die Vergangenheit schließlich buchstäblich in die Unterwelt: Die gleichnamigen Katakomben entführen furchtlose Besucher in eine Parallelwelt im Zwielicht, eine Stadt unter der Stadt, in der sich einst die frühen Christen zu ihren geheimen Gottesdiensten versammelt haben sollen. Diejenigen, die den Weg in das 21. Jahrhundert wiedergefunden haben, sollten den Abend im beschaulichen Viertel um das alte Stadttor ausklingen lassen. In der Nähe der Porta San Sebastiano verkauft ein junger Römer mit unvergleichlicher Begeisterung in seiner „Gelateria Willy Wonka“ fantasievolle Eiskreationen aller Geschmacksrichtungen an die liebe Nachbarschaft, die sich hier gerne mal zum Plausch trifft. Da kann es sogar mal passieren, dass die offenen und hilfsbereiten Italiener die Besucher aus Deutschland beim Einkauf im nächstgelegenen Supermarkt unterstützen - und sie mit ernster Miene  über die Wahl der richtigen Nudelsorte belehren. Wer noch genug Energie für die Erkundung des Nachtlebens aufbringt, den erwartet das auf der anderen Seite des Tibers gelegene Viertel Trastevere mit seinen unzähligen Bars und Lokalen. Die unbedingte Lebensfreude der alten Dame Rom ist hier besonders ansteckend!


Vom antiken Stadttor San Sebastiano aus ist es nur noch ein kurzer Weg in die Unterwelt -
und zur "Gelateria Willy Wonka"
 

La Cucina Italiana

 Oh ja, sie verdient wirklich ein eigenes Kapitel: Der sinnenfreudige Student mit gesunder Abneigung gegen Fast-Food-Ketten wird seine helle Freude daran haben, die italienische Küche näher kennenzulernen. Die italienische Küche. Nicht unbedingt die römische. Ein lebenswichtiger Unterschied, ist die römische Küche doch vor allem für ihre etwas derbere Kost bekannt. Wer also in der Mensa sonst eher zum vegetarischen Gericht greift, weil das Schnitzel einen leichten Fettrand aufweist, sollte typisch römische Lokale meiden. Allen anderen seien jene Gastwirtschaften in Trastevere wärmstens empfohlen, die tatsächlich noch traditionelle Gerichte zubereiten.
 
Doch alles auf Anfang: Der perfekte Start in den Tag verlangt nach einem Cappuccino und einer typisch italienischen Süßspeise – etwa Castagnola di Roma, süße Maronenhäppchen, oder Pizelle e Rosette, Waffeln mit Honig und Puderzucker, – in einem der hervorragenden kleinen Cafés unweit des Pantheon, einem beeindruckenden, da gut erhaltenem antiken Tempel. Wer nicht sofort preisgeben will, dass er kein waschechter Römer ist, begnügt sich morgens jedoch mit einem Cappuccino und einem Croissant im Stehen. Zu späterer Stunde trinkt man nur noch caffè – nicht Milchkaffee, sondern Espresso. Mittags ist ein großes Essen nicht unbedingt üblich, doch findet man überall in der Stadt Cafés, die leckere Panini und andere Snacks verkaufen – wenn auch nicht immer zu moderaten Preisen. Die Gegend um die Vatikanischen Museen etwa sollte man meiden, wenn man auf der Suche nach Essen ist, das sich innerhalb eines sinnvollen Preis-Leistungs-Verhältnisses bewegt.

Am Trevi-Brunnen lohnt sich nicht nur wegen des obligatorischen Münzrituals ein Zwischenstopp, gibt es hier doch das beste Eis in ganz Rom - was sage ich? Das beste Eis in Italien, auf der ganzen Welt! – direkt am Brunnen. Die Preistabelle kann es dabei erfreulicherweise längst nicht mit Würzburger Verhältnissen aufnehmen. Abends heißt es dann: Schlemmen! An dieser Stelle empfiehlt die Autorin, zum Ausgangspunkt des Tages zurückzukehren, bevor man sich zum Feiern auf den Weg nach Trastevere macht. Ein Glas Rotwein in der Hand, vor sich einen Teller mit Spaghetti und Venusmuscheln, im Hintergrund die mächtige Fassade des Pantheon. Wenn das mal nicht das wahre Leben ist!

Sie spinnen schon ein bisschen, die Römer!

Text und Bilder: Katharina Stahl

Sonntag, 13. April 2014

Studi- und Kulturticker: 14.-20. April 2014


Kunst, die Erste!

 Lust auf Kunst? Doch zu schönes Wetter für stickige Museumsbesuche? Noch bis zum 20. April habt ihr die Gelegenheit, zwischen Alter Mainbrücke und Viehmarktplatz die Werke zwölf junger Streetartkünstler zu bewundern! Inspiriert von Leonhard Franks Roman „Die Jünger Jesu“ (im Rahmen der Aktion „Würzburg liest ein Buch“) wurde sich hier farbenfroh vielseitig und originell fantasievoll auf zwölf Ölfässern ausgetobt, die nun ihre Betrachter zum Nachdenken anregen.


Kunst, die Zweite!

Das heutige Kosovo durch die Linse sehen: Im Februar und März 2013 machte sich Sozialpsychologe und Fotograf Florian Jäger auf den Weg, die Atmosphäre des heutigen Kosovo mit seiner Kamera einzufangen. Dabei stellte er sich die Frage nach den Gründen für die tiefe Feindschaft Serbiens und Albaniens, deren Konflikt bis heute andauert. Nach anfänglichen Interviews mit Politikern, Journalisten und Vertretern nicht-staatlicher Organisationen wagt er sich noch ein bisschen weiter: Was macht die kosovarische Identität aus? Welche Problematiken, welche Fragen beschäftigen die Menschen? Beim näheren Kennenlernen von Land und Leuten, von Orten und Atmosphären, sammelt er Eindrücke – und Bilder. Bilder, die er bis zum 21. Mai in einer außergewöhnlichen, aussagekräftigen Ausstellung in der Kellerperle zeigt.

 
Kino!

 „to mock“ – verspotten, „documentary“ – ein Dokumentarfilm, „Mockumentary“ – das Flmgenre, das Dokumentarfilme verspottet. Ein Mockumentary tut so, als sei er ein Dokumentarfilm, ohne tatsächlich einer zu sein – oder so ähnlich. Macht euch selbst ein Bild von dieser sehenswerten filmischen Satire: im Perlenkino am  Montag, den 14. April in der Kellerperle. 
 

Impro!

 Lust auf Theater ohne Textlernen? Lust auf Ausflippen, komisch sein, zu Wort kommen oder schweigen? Dann macht mit beim „durchschnittlich großen Desaster“ in der Kellerperle, am Donnerstag, den 17. April und versuche dich im Improvisationstheater! Noch nie gemacht? Um so besser: ab 19 Uhr kannst du dich bei einem kostenlosen Impro-Workshop warm spielen, um anschließend heißblütig deine Rolle zu verkörpern. Nur Mut!

Freitag, 4. April 2014

„Wenn ich etwas zeichne, dann fühlt es sich gar nicht an wie arbeiten.“


Romina Birzer, 24 Jahre alt, layoutet seit 2011 jede Ausgabe unseres Magazins, das dann am Ende fix und fertig in euren Händen liegt. Aber was macht sie eigentlich „hauptberuflich“ und wie ist sie zur Max & Julius gekommen? Ein Portrait.

Romina ist Layouterin bei Max&Julius - und kann noch mehr

Nachdem man sich schnell auf einen Ort und sogar auf eine Uhrzeit einigen konnte, bei der niemand im Schlafanzug erscheinen musste, trafen wir uns auf einen Plausch im Wunschlos Glücklich, der erste Eindruck freundlich und zielstrebig 

"Was studierst du denn überhaupt?"


"Kommunikationsdesign, ich habe allerdings schon meinen Bachelor."
Da Romina bereits im Kindergarten begeistert zu zeichnen begann ("Ich habe ganze Kisten voll mit Zeichnungen bei mir zuhause"), und man merke auf, die Menschen von Beginn an einen Oberkörper hatten und nicht ausschließlich als Kopffüßler durch die Kunstwerke laufen mussten, lässt sich die Studiengangwahl und die anschließende Spezialisierung auf den Teilbereich Illustration wohl gut nachvollziehen.


"Und wie kam es dann, dass du die Layouterin der Max & Julius wurdest?"

"Zunächst hatte ich Kontakt zu Axel, der zusammen mit einem Kommilitonen eine philosophische Zeitschrift (Die Idee) herausgab, für die ich illustrierte. Als dann ein neues Layoutteam für die Max & Julius gesucht wurde, habe ich mich gemeldet und seitdem layoute ich diese."
Für die komplette Zeitschrift braucht Romina, wenn sie sich ausschließlich darauf konzentriert, meistens zwei bis drei Tage, in denen unterschiedliche Phasen aufeinander folgen. Zunächst muss ein Überblick geschaffen werden, der Beginn des Layoutens. Im Laufe des Prozesses werden dann Änderungen nötig, die am Ende die fertige Zeitung ergeben. Dabei werden Bilder und Texte angeordnet und umgeordnet mit dem passenden Programm InDesign, das für das Studium des Kommunikationsdesigns angeschafft werden muss.

Neben unserem Magazin ist Romina jedoch nicht untätig. Mittlerweile ist sie in ihrem ersten Mastersemester - um dem Gefühl entgegenzuwirken, noch nicht fertig zu sein und weil Studieren, wie wir ja alle wissen, einen gewissen Reiz ausübt. Was nach dem Master kommt, ist noch unklar. Sicherlich weitere Illustrationsbewerbungen bei Magazinen wie NEON, bei dessen Schwestermagazin NIDO sie bereits ein Praktikum absolvierte. Fest steht, dass sie auch nach ihrem Abschluss gerne, zumindest teilweise, im Home-Office arbeiten würde, und das am besten als eigener Chef. Nebenher wäre eine Festanstellung natürlich nicht schlecht.

Und was macht unsere Layouterin in ihrer wenigen Freizeit? Jedenfalls nicht in der Uni-Bib stöbern, denn dort war sie erst einmal! Dafür stehen zum Beispiel Spaziergänge mit Jessy, einem Straßenhund aus Kreta, auf dem Programm. "Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich im Tierheim arbeiten", sagt sie.
Nebenbei fotografiert Romina gern mit ihrer digitalen Spiegelreflex-Kamera. Privat nutzt sie jedoch auch gerne mal ihre analoge Minolta oder die sehr alte Ruberg, die erst dann auslöst, wenn man eine kleine Scheibe vom Objektiv wegnimmt.


"Für den Urlaub finde ich Einwegkameras ganz cool."


Verständlich, denn immer mit der schweren Spiegelreflex um den Hals herumzulaufen wird auf die Dauer ganz schön anstrengend. Generell fährt unsere Layouterin sowieso lieber in den Urlaub, als ihr Geld in eine teure Wohnung zu stecken. Wenn es sie dann wiedermal in die Ferne zieht, dann beispielsweise nach Südfrankreich, Italien oder Zypern, wo sich Strand, Natur und Tiere perfekt mit dem ein oder anderen Städtetrip verbinden lassen.

Für ihre Bachelorarbeit hat Romina gezeichnet was das Zeug hält


Und ein abschließender Tipp: Wenn euch die Arbeiten von Romina interessieren, dann schaut doch mal auf ihrer Homepage vorbei (romina-rosa.com) oder kauft alternativ die neue CD von Andreas Kümmert, dem Gewinner von The Voice, denn die Albumillustration stammt auch von Romina.

Text: Isabel Janitz 
Bilder: Romina Birzer

Donnerstag, 3. April 2014

Zeitmanagement ist keine Binsenweisheit - Ein Besuch beim Career Service


Der Career Service hat sich auf die Fahnen geschrieben Studenten auf die Berufswelt vorzubereiten. Dazu gehört, zum Beispiel, Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben: so kann man in einer persönlichen Sprechstunde Lebenslauf und Anschreiben durchsprechen und optimieren. Doch schon während des Studiums kann man mit Hilfe des Career Centers sein eigenes Profil schärfen. Es gibt Vortragsreihen und auch zahlreiche Seminare, in welchem man lernen kann, wie man u.a. eine überzeugende Präsentation gestaltet oder während eines Vortrags seine Stimme effektiv einsetzt.
Und für Studierende ist das Angebot kostenlos. Der Career Service bietet Chancen, die man während des Studiums also nicht ungenutzt lassen sollte!

Auf dem Weg zur großen Karriere sollte man keine Chance ungenutzt lassen

Projektmanagement – was soll das eigentlich sein? Ist ja gefühlt in jeder zweiten Stellenanzeige zu lesen. Und da man als Student auch an die Zukunft denken muss, hat mich das Angebot des Career Service auch gleich angesprochen: „Geistreich zum Ziel - Projektmanagement für Geisteswissenschaftler/innen“. Explizit gerichtet an die vernachlässigte Spezies der Geisteswissenschaftler! Man kann uns also doch irgendwie auf arbeitsmarkttauglich trimmen?

Von Projektmanagement hatte die Gruppe von 17 Studenten, die sich für diesen Tag zusammengefunden hatte, keine so rechte Vorstellung. Aber jeder wollte erfahren, was sich hinter dieser vielsagenden und doch so inhaltsleeren „Berufsbezeichnung“ verbirgt. Alles, darüber klärte uns die Referentin Ingrid Schindler gleich zu Beginn auf, kann sie uns natürlich nicht beibringen. Dazu gibt es quasi ganze Studiengänge – aber Grundlagen schaffen und Einblick gewähren, dieses „Projekt“ sei in der verhältnismäßig kurzen Zeit durchaus zu „managen“.
Einblick hat uns Ingrid Schindler auch in ihre eigenen Erfahrungen gewährt: die Praxis lehrt mehr als die Theorie. Auch sie ist studierte Geisteswissenschaftlerin, Lehramt Deutsch und Geschichte bis zum Ersten Staatsexamen, und hat heute, nach Stationen in diversen Verlagen, einen eigenen, kleinen Verlag und einen „Kulturladen“. Der Weg war oftmals steinig und sie hat auch einiges an Lehrgeld bezahlen müssen.
Wir lernen schnell: Projektmanagement hat vor allem mit Zeitmanagement zu tun, und wenn ein Projekt am Ende scheitert, ist in den meisten Fällen schon in der Planungsphase mächtig was schiefgelaufen. Eigentlich eine Binsenweisheit, doch was heißt das praktisch? Das sollten wir lernen, indem wir am Nachmittag an unseren eigenen Projekten arbeiten und nebenbei mit etwas Theorie angefüttert werden. Und eigene Projekte, davon hatte im Prinzip jeder eins: wer nicht gerade an seiner Abschlussarbeit saß oder diese plante, der war gerade mit dem Studium fertig und ging die Jobsuche an.

Los geht die Projektplanung mit einer Fragestellung: Warum dieses Projekt? Was ist das Ziel? Wieviel Zeit habe ich? Wer ist beteiligt? Was kostet es? Was passiert, wenn es schiefgeht? Welche rechtlichen Vorgaben sind zu beachten? Ist ja erst mal nicht so schwierig.
Danach wird das Projekt nach dem Lotus-Prinzip weiter ausgearbeitet. Nimmt man da (m)eine Abschlussarbeit als Beispiel her: was hängt da alles dran? Das schreibt man sich jeweils einzeln auf Kärtchen: Thema finden, absprechen, Literatur, schreiben, korrigieren, Druck – fertig, hoffentlich. Aber damit das Prinzip auch den Namen „Lotus“ verdient, muss natürlich weiter aufgefächert werden. Beispiel „Literatur“, woran muss ich da denken? Neue Kärtchen: zuerst die passende Literatur finden, dann lesen, danach auswerten. Aber es gilt auch Leihfristen zu beachten und evtl. Fernleihen in Erwägung zu ziehen, wenn es das Buch in der UB nicht gibt oder es bis in Ewigkeiten vorgemerkt ist. Aber damit hört es ja noch nicht auf! Neue Kärtchen. „Lesen“: Notizen machen, Zitate markieren. Da muss man als Abschlussarbeitler schon schwer schlucken. Kann ich bitte noch zwei Jahre Zeit haben?! Irgendwie ist das auf einmal so viel! Für meine eigene Abschlussarbeit ist mir da ziemlich schnell, ziemlich schwummrig geworden. Meine bisheriges Läuft schon-Prinzip, ist ja noch viel Zeit schien nicht mehr zu greifen.
Jetzt gilt es, die Erkenntnis in die verbleibende Zeit zu packen. Das macht man – aufgepasst! – sozusagen von hinten. Vom Abgabetermin rückwärts werden die Schritte bis zur Fertigstellung geplant. Es gilt, für das gesamte Projekt: immer viel Pufferzeit einplanen. Ganz schlecht ist es, die Arbeit am Abgabetag beim Copyshop abzuholen und gerade noch zehn Sekunden vor 12 Uhr einzureichen. Es soll schon vorgekommen sein, dass der Copyshop Seiten vertauscht hat... Also, ein Tag minus zur Nachkontrolle. Und ein Tag minus, um die Korrekturen einzuarbeiten. Ein Minus fürs Korrekturlesen und ein Doppelminus für die „Korrekturlese-Opfer“ aus dem Freundes- oder Familienkreis. Wichtig ist es auch die Planung zu verschriftlichen, mit ganz klaren Tages- und Wochenzielen.
So eine Woche vor der Deadline sollte eine lesbare Version der Abschlussarbeit also stehen. Mindestens. Nachdem ich nun weiß, bis wann ich fertig geschrieben haben sollte und ungefähr einen Überblick habe, wie lange ich für die Literatur brauche, weiß ich auch, wieviel Zeit fürs reine Schreiben bleibt. Das ist – Erleichterung – wohl genug. Ein einwöchiger Urlaub ist natürlich nicht drin und allzu krank werden dürfte ich auch nicht. Aber das „Projekt“ Abschlussarbeit ist jetzt top gemanagt.

Eigentlich hatte ich mir von dem Tag anderes erwartet, denn die Seminar-Bezeichnung klang so „passiv“. Nach: einfach nur zuhören wie es gehen könnte, Projektmanager werden – und das sogar als Geisteswissenschaftler. Doch was hätte mir die ganze Theorie gebracht, außer der Erkenntnis, dass – Überraschung! – doch alle Projektmanager nur mit Wasser kochen?! Der praxisorientierte Tag hat mich da um einiges weiter gebracht.

 Mehr Infos:
http://www.career-service.uni-wuerzburg.de/startseite/


Text: Barbara Struller
Bild:"Tobias Mittmann" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)
http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/deed.de

Mittwoch, 2. April 2014

Leichtigkeit und klare Stimmen

„Die diebische Elster“ ­ Eine Oper im Mainfranken Theater

Giulia Bolcato bezauberte als Ninetta mit ihrer durchdringend klaren Stimme

Das Meisterwerk Gioachino Rossinis dreht sich hauptsächlich um das Leben des Dienstmädchens Ninetta, welche durch einen schicksalhaften Zufall und durch eine räuberische Elster unschuldig zum Tode verurteilt wird. Bis zuletzt sieht alles danach aus, dass Ninetta einen frühen Tod erleiden wird, wäre da nicht noch eine diebische Elster.
Trotz Erkältung in den vergangenen Tagen meistert Hauptdarsteller Johan F. Kirsten mit Bravour seinen Part. Aber nicht nur die Gesänge der unterschiedlichen Charaktere ziehen ihren Bann auf sich. Einen Blickfang bildet vor allem die detailreiche Bühneninszenierung. In der Mitte thront ein großer Baum – davor ein Dorfplatz mit Bank. Liebevoll gestaltete Häuser und eine Kirche am Rand machen das Bild vollkommen. Gemeinsam mit dem Orchester ein wirklich tolles und lohnenswertes Erlebnis.
Die aufwendigen Kostüme unterstreichen die individuellen Rollen und deutsche Untertitel ermöglichen es, dem Verlauf der Geschichte gut zu folgen, denn die Oper wird in italienischer Originalfassung vorgetragen.
Die Solistin, die die Rolle der Ninetta verkörpert, hat eine durchdringende, klare Stimme, so dass man gefesselt dem Geschehen folgt. Die Gesangskünste der Darsteller würden die Opernsänger der Metropolitan Opera wahrscheinlich nicht das fürchten lehren, dennoch macht es Spaß, den Stimmen zu lauschen. Dazu ist man, durch die dramatische Geschichte und die gute Gestik der Darsteller, von Anfang an gefesselt. Die erste Hälfte des Stückes hat eine Leichtigkeit, die sich auch in der Musik widerspiegelt und es ermöglicht, sich vom Gesang in eine andere Welt führen zu lassen. Der zweite Teil des Stückes steckt voller Dramatik, die kraftvollen Lieder und die Musik mehren die Spannung, die sich durch die Handlung aufbaut und man fiebert bis zum letzten Moment mit den Helden des Stückes. Die Oper ist ein musikalisches und fesselndes Ereignis!

Text: Laura Artinger, Sabrina Unglaube, Paulina Schuck
Bild: Mainfranken Theater

Dienstag, 25. März 2014

Typisch Würzburg - Ein Hauch von Japan

Wusstet ihr, dass es in Würzburg ein Japanisches Museum gibt? Wer von fernöstlicher Kultur fasziniert ist, für den lohnt sich ein Ausflug ans äußerste Ende der Zellerau. Schon an der Straba-Haltestelle „Siebold-Museum“ herrscht ein gewisser internationaler Charme, wird deren Name in der Straßenbahn doch sogar auf Japanisch angekündigt. Die Ausstellung selbst, beherbergt in einer ehemaligen Direktionsvilla der Bürgerbräu, ist ganz dem Würzburger Arzt und Japanforscher Philipp Franz von Siebold gewidmet, dessen Lebensgeschichte beste Vorlagen für einen historischen Roman erster Güte liefern würde. Der im japanischen Nagasaki tätige Mediziner begründete nicht nur eine der führenden Ärzte-Schulen des Landes, er pflegte auch persönliche Kontakte zum Shogun. Als er dessen Vertrauen missbrauchte (er entwedete verbotenes Kartenmaterial), wurde Siebold jedoch aus Japan verbannt und musste seine japanische Frau Kusumoto und seine Tochter Ine in Nagasaki zurücklassen. Seine Heimatstadt Würzburg verdankt dem Arzt, Forscher und Autor Siebold eine umfassende Sammlung aus botanischen und zoologischen Objekten sowie von Exponaten aus dem Japan des 19. Jahrhunderts, die heute im Museum ausgestellt werden. Im ersten Stock der alten Villa ist derzeit außerdem eine Kimono-Ausstellung zu bewundern, die das traditionelle japanische Gewand im Wechsel der Zeiten vorstellt. Wer die Feinheiten der traditionellen japanischen Teezeremonie erleben und erlernen will, dem steht das Teehaus des Museums mit seinem Programm offen.
Durch den Forschergeist Philipp Franz von Siebolds und die Arbeit des Museums blieb die japanische Kultur am Main also auch über die Lebenszeit Siebolds hinaus präsent und erscheint heute - etwa auch dank der Manga-Convention TiCon und dem intensiven akademischen Austausch mit japanischen Universitäten - als ein lebendiger Teil von Würzburg.

Das Siebold-Museum in der Frankfurter Straße ist Würzburgs Tor zum Fernen Osten



Text und Bild: Katharina Stahl