Dienstag, 31. März 2015

Studi- und Kulturticker vom 06.04. - 12.04.2015

Flohmarkt!

Für alle Trödelfans: Am Samstag den 11. April von 8 bis 16 Uhr könnt ihr wie jedes Jahr zu dieser Zeit auf den Mainwiesen den Flohmarkt besuchen. Die Redaktion wünscht gutes Wetter!

Party!

Kultiges und Abgefahrenes aus 45 Jahren fortschrittlicher Rockmusik gibt es am 11. April ab 21 Uhr im Immerhin auf der Freakshow Idiot Dancing Party.

Theater!

Wer kennt Krieg und Frieden nicht? - das epochale Werk von Leo Tolstoi wird ab dieser Woche am Mainfrankentheater Würzburg inszeniert. Die Premierenvorstellung findet am Samstag um 19:30 Uhr statt.

Musik!

Wer mal wieder Lust auf Jazz hat ist am 8. April in der Kellerperle genau richtig. Dort gibt das BBO - das Björn Becker Oktett - ein Konzert um 19:30 Uhr zum Besten. Bekannte Titel u. a. vom Dave Brubeck werden von den Studenten und Absolventen der Musikhochschule Würzburg im eigenen Stil interpretiert.

Freitag, 27. März 2015

Studi- und Kulturticker vom 30.03. - 05.04.2015

Kunst!

Noch bis zum 30.04. könnt ihr die Ausstellung Ich. Mein Selbst. - Selbstbilder aus psychiatrischen Anstalten,  die vom AK-Stolpersteine organisiert wurde, besuchen. In der kleinen Galerie der Würzburger Residenz sind täglich (außer Montags) von 10 - 13:30 Uhr Bilder aus dem Universitätsklinikum Heidelberg, die zwischen 1880 und 1920 in psychiatrischen Anstalten entstanden zu sehen.

Literatur!

Am 30.03. findet in der Stadtbücherei Würzburg eine Lesung zum Thema Couchsurfing im Iran um 20 Uhr statt. Der Autor Stefan Orth berichtet von seinen Erfahren und Erlebnissen mit Land und Leuten. Der Eintrittspreis beträgt 9 €.

Theater!

Ein echter Klassiker unter den Krimis: Der Schwarze Abt von Edgar Wallace wird noch vom 02. - 11. April im Theater Chambinzky unter der Regie von Matthias Hahn aufgeführt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr und Sonntags um 19 Uhr.

Party!

Für alle Fans von Electronic-Swing steigt am 05. und 06. April im Tirili genau die richtige Party. Unter dem Motto Grammophonie: Electro-Swing wird ab 22 Uhr ein buntes Programm geboten. Freien Eintritt gibt's für jeden im Charleston-Outfit.

Donnerstag, 19. März 2015

Studi- und Kulturticker vom 23.03.2015 - 29.03.2015


Frühjahrsvolksfest!

Vom 14.03.15 bis zum 29.03.15 findet auch dieses Jahr wieder das Würzburger Frühjahrsvolksfest auf der Talavera statt. Wer Lust auf eine Maß Bier, Autoscooter und Zuckerwatte hat ist hier genau richtig!

Kunst!

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe 70 Jahre Frieden wird in der Kundenhalle der Sparkasse Mainfranken die Ausstellung Der andere Weg gezeigt. Noch bis 26.03.15 sind dort täglich ab 8.30 Uhr Grafiken jüdischer und arabischer Jugendlicher zu sehen.

Theater!

Für alle, die Beethoven und Musiktheater lieben: Am 28.03.15 wird im Mainfranken Theater Würzburg seine einzige Oper Fidelio aufgeführt. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Kino!

Alle Krimifans aufgepasst! Noch vom 23.03.15 bis zum 25.03.15 könnt ihr den neuen Brenner-Krimi Das ewige Leben im Programmkino Central auf Großbildleinwand anschaun.


Dienstag, 10. März 2015

Rezension: "von den beinen zu kurz" am Mainfranken Theater

Die junge Dramatikerin Katja Brunner wagte sich mit ihrem Stück „von den beinen zu kurz“ mit bemerkenswerter Behutsamkeit an ein sensibles Thema: Sexuellen Missbrauch. Das Mainfranken Theater hat das Drama, welches sie mit gerade einmal 18 Jahren verfasste, nun in Würzburg auf die Bühne gebracht.

Vater, Mutter, Kind. Eine beschauliche Idylle. Und ein unverhofftes Glück – schließlich hatte das junge Ehepaar schon geglaubt, keine Kinder bekommen zu können. Die Geburt der Tochter erschien da beinahe als Wunder. Vor allem der Vater nimmt sich Zeit für das kleine Mädchen, teilt ihre Begeisterung für exotische Tiere, geht mit ihr in den Zoo, nimmt sie mit zum Wandern.
Als bei der Kleinen ein Scheidenpilz diagnostiziert wird, fängt die Fassade zwar an zu bröckeln, doch die Umwelt wie auch die Mutter ziehen es vor, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Und so muss das Mädchen noch jahrelang den Missbrauch durch seinen Vater erdulden. Bis es zur Katastrophe kommt, ebenso überraschend wie unausweichlich.



Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen: Der ganz normale Familienalltag


Die Dramaturgin Wiebke Melle betont im Gespräch mit Max & Julius die Herausforderung wie auch den künstlerischen Mehrwert dieses Stücks. Schließlich konzentriert sich die Handlung vollkommen auf die drei Kernfiguren, welche allesamt durch weibliche Akteure verkörpert werden. „Die Perspektive wechselt ständig. Es ist spannend, wie das Publikum darauf reagiert.“ Tatsächlich macht es gerade dieser beständige Rollenwechsel dem Zuschauer denkbar schwierig, sich eine Meinung zu bilden in diesem undurchsichtigen Spiel mit Macht und Angst. Auch die Figuren selbst agieren unsicher über die eigenen Positionen, wankend in ihrer eigenen Selbstauffassung. Nicht nur der Vater versucht, sein Handeln zu rechtfertigen, seine Frau befindet sich im beständigen Zwiespalt zwischen Mutterliebe und Eifersucht gegen ihre Tochter und auch das Opfer verteidigt ihren Peiniger gegen die stummen Anschuldigungen des Publikums. Mit fast erschreckender Leichtigkeit gelingt den drei eindrucksvoll agierenden Darstellerinnen die rasche Übernahme der anderen Rollen. Gerade durch den Einblick in den normalen Familienalltag, wie er ganz selbstverständlich neben dem Missbrauch der Tochter stattfindet, wirkt das Szenario ebenso unheimlich wie realistisch. Wiebke Melle ist überzeugt, dass der Kunst mit diesem Stück gelingt, wozu Debatten und Diskussionen nur langsam fähig sind – die Wahrnehmung für sexuellen Missbrauch zu schärfen und den Umgang mit diesem Thema zu sensibilisieren.
„von den beinen zu kurz“ ist ein dunkles, beklemmendes Stück, dessen Wortgewalt gerade angesichts des jungen Alters der Autorin seinen Zuschauern die Sprache verschlagen muss.

Weitere Termine: 11.3., 25.3., 17.4. und 10.5. um jeweils 20 Uhr

Text: Katharina Stahl
Bild: Mainfranken Theater Würzburg

Studi- und Kulturticker vom 11. bis 15. März 2015

Würzburg ist bunt!

Am Samstag, den 14. März, gilt es, Farbe zu bekennen für ein weltoffenes Würzburg. Um 14 Uhr startet am Bahnhof eine Demo, welche sich gegen die jüngsten ausländerfeindlichen Aufmärsche stellen möchte. Um 15 Uhr schließlich wird die große Abschlusskundgebung am Domplatz stattfinden - mit Ur-Würzburger Erwin Pelzig als wortgewandtem Stargast.

Kunst!

Am Sonntag, den 15. März, dürfen sich Kunstfreunde auf eine Führung der besonderen Art freuen. Im Martin von Wagner-Museum erklärt Alexander Schubert die Beziehung zwischen Malerei und Naturwissenschaft. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr.


Ebenfalls am Sonntag, den 15. März, steht die Posthalle ganz im Zeichen von Kunst und Kultur. Ab 13 Uhr erhalten Interessierte nicht nur Einblick in die Arbeit der freien Würzburger Kulturschaffenden, sondern können auch Musik, Tanz und Slams auf offener Bühne genießen.

Party!

Am Freitag, den 13. März, bekommt die Posthalle Besuch aus Berlin. Die "dummen Jungs" bieten Elektrokultur vom Feinsten und bieten allen Studis eine mehr als willkommene Gelegenheit, ihre Semesterferien zu befeiern. Los geht's um 22 Uhr.

Dienstag, 3. März 2015

Studi- und Kulturticker vom 3. bis 8. März 2015

Theater!

Das Theater Ensemble zeigt mit "Einer flog übers Kuckucksnest" einen echten Klassiker der Moderne - und eine bitterböse Satire auf alle totalitären Systeme dieser Welt, im Großen wie im Kleinen. Die nächste Vorstellung findet am Donnerstag, den 5. März 2015, um 20 Uhr statt.

Schaffe schaffe, Hausarbeitle schreibe!

Erstis aufgepasst! Am Donnerstag, den 5. März 2015, lädt die Unibibliothek im Rahmen verschiedener Workshops zur "Langen Nacht des Schreibens". Ihr habt Gelegenheit, all eure Fragen über die richtige Recherche, die Quellenarbeit oder das Formatieren eurer ersten Hausarbeit zu stellen. Danach ist euch eure 1,0 so gut wie sicher. Los geht's um 16 Uhr, Nachteulen können sich noch um 23 Uhr einfinden.

Kino!

"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!" Das forderten britische Fabrikarbeiterinnen schon in den 60er Jahren. Bis heute wurden viele ihrer Forderungen nicht erfüllt. Dennoch haben diese Frauen die weibliche Emanzipation entscheidend mitbestimmt und vorangetrieben. Regisseur Nigel Cole hat nun einen ausdrucksstarken wie humorvollen Film über sie gemacht. Das Central zeigt "We want Sex" am Sonntag, den 8. März 2015, um 11 Uhr.

Flohmarkt!

Wer am Sonntag, den 8. März 2015, Lust auf Shopping hat - kein Problem! Euch ist der Fashion-Flohmarkt in der Posthalle empfohlen. Sowohl die Damen als auch die Herren der Schöpfung finden sicher ein schönes, (fast) neues Stück für den heimischen Kleiderschrank. Außerdem locken Kaffee und Kuchen! Los geht's um 14 Uhr.

Dienstag, 24. Februar 2015

"Kein Mensch ist illegal!" - Das Thema Asyl in Würzburg

Seit Wochen und Monaten verschlimmert sich die Lage der Menschen in den Krisengebieten im Osten. Noch nie zuvor waren so viele Menschen gleichzeitig auf der Flucht. Früher war Afghanistan das Hauptauswanderungsland, derzeit eskaliert die Situation rund um Syrien. Immer mehr müssen fliehen, haben keinen Ausweg und blicken einem ungewissen Weg entgegen, der oft in Bayern und dann hier in Würzburg endet.

 Wenn diese Menschen mit ihrem bisschen Gepäck hier ankommen, werden sie zunächst in den zentralen Auffanglagern in München und Zirndorf bei Nürnberg untergebracht. Wenn die rechtlichen Fragen geklärt sind, ist Anlaufpunkt hier bei uns die Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Würzburg. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Mahlzeiten oder Hilfe bei der Kindererziehung. Doch die Plätze reichen nicht aus, um allen einen Platz bieten zu können. Deswegen gibt es neben der Stadt noch weitere Institutionen, die sich um Fliehende kümmern.
Gelebtes Engagement für Flüchtlinge

 Ann-Kathrin, die Political and Social Studies mit öffentlichem Recht als Nebenfach studiert, sagt: „Die kirchliche Hochschulgemeinde (KHG) bietet die beste Möglichkeit in Würzburg, für und mit Flüchtlingen zu arbeiten.“ Die 22-jährige ist festes Mitglied des Asyl-Arbeitskreis (AK Asyl). Hier wird Flüchtlingen ein umfangreiches Programm geboten. Es gibt sogenannte Teekreise mit gemeinsamen Beisammensein oder Spieletreffen mit Kindern. Sehr gerne werden auch die Deutschkurse, geleitet von Studenten, besucht. Die betroffene Maysun (26) nimmt beispielsweise regelmäßig am Theaterkurs teil, wo Einheimische und Asylanten zusammen auf der Bühne stehen. Ann-Kathrin ruft alle auf, toleranter zu werden. Sie verweist auf den Grundsatzartikel 16: „Jeder politisch Verfolgte hat Rechte!“ Deswegen werden auch immer wieder Vortragsabende in Würzburg organisiert, die darauf aufmerksam machen sollen, dass es inner- wie außerhalb der Stadtmauern Menschen gibt, die in eine aussichtslose Situation blicken. „Dessen muss man sich bewusst werden!“
Auch Stephan Rinke kümmert sich mit Haut und Haaren um Menschen, denen es nicht so gut geht. Vor acht Monaten hat er das Integrationsprojekt „Sport ohne Grenzen“ ins Leben gerufen – speziell für Asylbewerber, die sich bei der körperlichen Betätigung als vollwertiges Mitglied des Teams fühlen dürfen. Großen Erfolg hatte dieses Projekt in der kurzen Zeit: So wurde zum Beispiel eine Ausnahme der Residenzpflicht für Footballspieler Madiama Diop erkämpft, sodass er auch zu Spielen außerhalb Unterfrankens fahren konnte. Außerdem setzt sich Rinke dafür ein, dass Asylbewerber arbeiten können. Er betont, wie sehr sich diese Menschen nach einer Tätigkeit sehnen. Unter ihnen sind zum Beispiel Schuhmacher oder Steinmetze. „Natürlich kann ich nicht für alle sprechen. Doch die, die ich kennen lernen durfte, wollen mit anpacken!“, macht er klar.

Begeisterten mit orientalischer Küche: Saian (Irak), Yosef Mardini (Syrien), Ahmed (Irak)

Was läuft falsch in Bayern?

„Es ist am einfachsten, nichts zu machen. Aber etwas zu machen, ist auch nicht so schwer“, erklärt Rinke am Vortragsabend zum Thema „Kein Mensch ist illegal“. An diesem Tag haben Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und aus Nigeria Spezialitäten aus ihren Heimatländern gekocht. Mehr als zehn Tische waren an diesem Länderabend gefüllt. Die Köstlichkeiten aus fernen Ländern kamen super an. Im Anschluss folgte der eigentliche Höhepunkt des Abends: Ein kurzer Vortrag sowie eine Diskussionsrunde mit Alexander Thal vom bayerischen Flüchtlingsrat. „Was macht Bayern im Gegensatz zum Rest Deutschlands falsch, dass wir hier nicht mit der großen Zuwandererwelle zurechtkommen?“ war nur eine von vielen Fragen.

 Thal führt aus, man hätte einfach zu lange die Fakten übersehen. Seit 2007 mit 20 000 Flüchtlingen steigen die Zahlen stetig. So waren es 2013 um die 110 000 Menschen. Dieses Jahr sind etwa 200 000 Zuwanderer in Bayern angekommen. Doch Bayern habe zu spät gehandelt, sodass jetzt nicht genug Platz da ist. Jetzt würden die Landkreise einfach alles anmieten, egal ob gut oder schlecht. „Die Praxis ist dermaßen unflexibel! Kein anderes Bundesland hat diese Probleme.“ Das Fatale: Ein Asylant in der GU kostet die Stadt etwa 450 €, wenn er allerdings eine dezentrale Unterkunft (heißt außerhalb der Stadt angemietet, z.B. Wohnung, Turnhallen usw.) bekommt, können sich die Kosten pro Person auf über 1000 € belaufen. „Für dieses Geld bekommt man locker auch eine schöne Wohnung bezahlt statt einer Bruchbude.“ Der Abend hat klar gezeigt, wie viel für das Thema „Asyl“ gemacht werden muss. Deswegen freut sich der Asyl-AK immer über neue Mitglieder, auch Spenden sind herzlich willkommen. Außerdem läuft noch bis zum 31. Mai 2015 eine Unterschriftensammlung an Bundeskanzlerin Angela Merkel unter der Überschrift „SOS Europa: Erst Menschen, dann Grenzen schützen“, um die Einreisebedingungen zu verbessern.
 
Sabrina Unglaube & Laura Artinger